Kategorien
Allgemein

Oral History

Oral history über  meinen Verein  also das was mir zugetragen wurde in Gesprächen mit etlichen Pächtern, über Jahreaber auch das was an Bausubstanz auf dem gesamten Kieler ostufer vorhanden ist und diese Erzählungen untermauert, so man genau hinsieht…erzählt eine spannende in der offiziellen Geschichtsschreibung wenig präsente eigene Geschichte.

Eine spezielle Geschichte, geprägt von Ungehorsam, Sturheit und sehr klarem, wenn auch oft auch schrägem, für Aussenstehende wenig verständlichen  Gerechtigkeits-Sinn von Menschen.

diese Geschichte birgt aber auch krasse Widersprüche in sich, wie auch zum offiziellen Narrativ.

Von Menschen im Werft-Umfeld…gemeint sind Werftarbeiter bei Howaldt.

Howaldt raus

Es gibt da so einen halb scherzhaften halb ernsthaften witz: wenn man hier „Howaldt raus“ ruft, klappen etliche Ostufer-Stadtteile, wie auch Kleingärten in sich zusammen.

Dort wurde laut Erzählungen nämlich in größerem Umfang geklaut seitens der Beschäftigten…moment, bitte nicht falsch verstehen, das wurde  nicht unbedingt so gesehen seitens derer die Ihre Eigenbeteiligung von solchem Tun lobten. Und diejenigen waren durchaus stolz Howaldt-Arbeiter zu sein, stolz auf ihren Betrieb.

Wenn man genau hinschaut ist mindestens in den Kleingärten des Kieler Ostufers haufenweise Material aus der werft verbaut. In weiten Teilen wurde die Wasserversorgung der Kleingärten auf Werft-Material erstellt, aber auch bei Lauben-Bau, Inneneinrichtungen ect sieht man diese Spuren sehr deutlich.

Im Bereich der Kleingärtnerischen Wasserversorgung erledigt der Zahn der Zeit das „Howaldt raus“ inzischen wörtlich, darüber können Wasserwarte in den kleingärten ein Lied singen. Aber es hat ja lang genug gehalten🤷‍♀️, für die Ewigkeit war es halt nicht gebaut, da müssen nun eben nachfolgende Generationen wieder ran.

Und ob diese Materialbeschaffung nun moralisch wirklich Diebstal war muss wohl der liebe Gott entscheiden, oder alternativ gelebte Friedensarbeit ( Werft-Material umgenutzt, statt für U-Boote für Gemüseanbau in Kleingärten. )

Die Wert hatte etliche Gewerke unter ihrem Dach, Tischlerei, Schlosserei ect. Es gab Facharbeiter aber auch Ungelernte.

Das Gefühl, auf der Werft gut zu verdienen war nicht durchgehend gegeben, das sieht man in den Stadtteilen die hier betroffen sind zum Teil bis heute sehr deutlich

…gebt dem Kaiser was des Kaisers ist…

ich muste hierbei oft an diesen Biblischen Ausspruch denken…

“…und gebt Gott was Gottes ist…“, denn dieser teilt es gerecht auf bei den Menschen und sorgt dafür das alle genügend haben.

Mindestlohn oder andere moderne Errungenschaften gab es damals noch nicht, aber die Menschen wußten sich durchaus zu helfen.  Diese Menschen rebellierten nie oder selten offen, aber sie sorgten dafür leben zu können auch und gerade wenn die Fabrik-Besitzer und Aktiengesellschaftler ihnen hierfür nicht genügend zugestanden.

Bausubstanz als lebende Zeitzeugen

Wenn man anfängt zu  begreifen wie diese Materialien ihren Weg in die umliegenden Stadtteile und Kleingartenanlagen fanden, wird man fast gezwungen über soziale Realitäten der vorigen Generationen nachzudenken.

Dieser Weg Geschichte zu begreifen kann oft sehr viel spannender sein als schnöde der offiziellen Geschichtsschreibung  zu folgen. Vor allem kann dies ein Weg sein sich den Eigenheiten der dort leben den Menschen behutsam zu nähern

2 Antworten auf „Oral History“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.